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Vollständige Liste der Ansprechpartner der DLRG Ortsgruppe Walkenried e.V. findest du hier .
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Ein frostiger Morgen in Walkenried. Die Sonne kämpft sich mühsam über den Harzrand, als der vertraute rote DLRG-Einsatzbus durch die Hauptstraße rollt. Am Steuer: Tom Täubert, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Walkenried. Auf dem Anhänger hinter dem Wagen stapeln sich Müllsäcke, alte Teppichreste, ein wackliges Regal, eine Kaffeemaschine. Dabei hat das eigentlich nichts mit der Arbeit von Lebensrettern zu tun – und doch gehört es inzwischen zu den regelmäßigen Einsätzen der ehrenamtlichen Wasserretter.
Seit Jahren betreibt die DLRG-Ortsgruppe Walkenried mehrere Altkleidercontainer – auf den Gebieten der Gemeinde Walkenried, in Stadt Ellrich und auch in der Gemeinde Harztor. Eigentlich eine gute Sache: Die Bevölkerung kann gut erhaltene Kleidung spenden, der Verein erhält im Gegenzug einen kleinen Erlös, der in Ausbildung, Jugendarbeit und den Unterhalt der Ausrüstung fließt. Doch das noble Konzept hat Risse bekommen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Im Dezember 2022 wurde einer der Container in Wieda durch Brandstiftung zerstört – ein Schock für die Ehrenamtlichen. Doch auch danach riss die Serie von Rücksichtslosigkeiten nicht ab: Immer häufiger werden die Container aufgebrochen, Kleidersäcke herausgerissen oder einfach wilder Müll danebengestellt. Tapetenreste, alte Möbel, Kartons, Hausmüll – alles, was man zu Hause loswerden möchte, landet plötzlich an einem Ort, der eigentlich für Hilfe und Solidarität steht.
„Es ist nicht einzusehen, dass man sich seinen Privat-PKW oder unser Vereinsfahrzeug geruchs- und schmutzmäßig mit der Entsorgung von Müll verpestet“, sagt Tom Täubert. Gemeinsam mit seiner Frau Jaqueline, technischer Leiterin der Ortsgruppe, und Vorstandsmitglied Monika Klank hat er schon unzählige Fahrten unternommen, um die illegalen Ablagerungen einzusammeln – meist an Wochenenden, dann, wenn andere Freizeit haben. „Dankenswerterweise dürfen wir den Müll beim Bauhof der Gemeinde Walkenried in Wieda entsorgen. Das spart uns zumindest die Fahrt zur Mülldeponie und die dortigen Entsorgungskosten“, so Täubert weiter.
Es ist dennoch bedrückend. Die Gemeindeverwaltung meldete sich erst kürzlich erneut mit Hinweisen auf neue Müllberge. In der E-Mail aus dem Fachbereich Bürgerservice & Bauen hieß es:
„Leider gab es wieder eine Müllablagerung am Container, und diese scheinen auch wieder recht voll zu sein. Ich bitte um Beseitigung des Mülls und Leerung.“
Ein Satz, der höflich klingt, aber deutlich zeigt, wie zur Routine geworden ist, was eigentlich ein Ausnahmefall sein sollte.
In der jüngeren Vergangenheit haben sich die Probleme weiter zugespitzt. Neben der illegalen Müllentsorgung kommt es immer wieder zu Beschädigungen der Container – meist im Zusammenhang mit Diebstählen des Inhalts. Auch die regelmäßige Entleerung, die durch eine externe Firma erfolgt, stellt zunehmend eine logistische Herausforderung dar.
Aktuell wurden die Container an der Zufahrt zum Supermarkt (Norma, Zorger Straße 5 in Walkenried) irrtümlich entfernt. In Kürze sollen dort wieder vier Container aufgestellt werden. Besonders brisant: Genau aus diesen Containern wurde am 6. März ein Diebstahl von der Polizei registriert. Die am Tatort aufgegriffenen Personen sind namentlich erfasst, und ein Strafantrag wird nach interner Klärung gestellt.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: In den Nachbarkommunen Bad Sachsa und Bad Lauterberg wurden von anderen Institutionen Container abgezogen. Dadurch verlagern sich viele Spenden – und leider auch Fehlablagerungen – nach Walkenried. Obwohl Kleidersäcke bei vollen Containern nicht daneben gestellt werden dürfen, wird dies von vielen als gängige Praxis gesehen. Die Hemmschwelle, auch andere Dinge dort abzustellen, sinkt damit spürbar – vom Hausmüll bis zum ausrangierten Regal.
Die Arbeit, die keiner braucht – aber irgendjemand muss sie machen. Und das, obwohl jeder Haushalt in der Gemeinde ausreichend Möglichkeiten hat, Sperrmüll oder Elektrogeräte legal und problemlos kostenfrei zu entsorgen. „Nach mir die Sintflut“ scheint leider für einige zum Motto geworden zu sein.
Ob und wie die DLRG-Ortsgruppe das Containergeschäft künftig weiterführt, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Ausschlaggebend sind dabei mehrere Faktoren: Die Firma muss die Container in regelmäßigen Abständen zuverlässig entleeren; mit der Gemeinde Walkenried wird geprüft, ob zusätzliche Stellplätze möglich sind, und auch mit der Stadt Bad Sachsa laufen Gespräche über neue Standorte. Darüber hinaus sieht die Ortsgruppe auch den Landkreis in der Pflicht, im Bereich der Abfallwirtschaft gegebenenfalls regulierend einzugreifen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die wirtschaftliche Seite: Die Erlöse aus den Altkleiderverkäufen sind seit dem letzten Quartal 2025 deutlich gesunken – nicht zuletzt wegen des geringer werdenden Anteils verwertbarer Stoffe („Fast Fashion“). Sollte dieser Trend anhalten, wird es schwer, das Modell langfristig zu tragen.
Dabei geht es nicht nur um das Ärgernis, sondern auch ums Prinzip: Die DLRG steht für Verantwortung, Zusammenhalt und Engagement – genau das Gegenteil des Verhaltens, das diese illegalen Ablagerungen zeigen. Wenn die Situation sich nicht bessert, könnte die Ortsgruppe gezwungen sein, einige Containerstandorte aufzugeben – ein Verlust nicht nur für den Verein, sondern für alle, die ihre Kleidung bislang mit gutem Gewissen gespendet haben.
Neu ist auch eine geänderte Zuständigkeit: Künftig verantwortet Florian Domeyer, Schatzmeister der DLRG-Ortsgruppe Walkenried, das Thema Altkleidercontainer.
Darum bittet die DLRG-Ortsgruppe Walkenried um Mithilfe: Wer verdächtige Beobachtungen rund um die Altkleidercontainer macht, möge sich bitte unter container(at)walkenried.dlrg.de melden oder direkt die Polizei informieren.
Denn am Ende lebt Ehrenamt vom Mitmachen – und davon, dass aus Rücksicht wieder Rückhalt wird.
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